Ganz in Familie

Pflegedienst Brendel aus Karlshof feierte sein 20. Jubiläum

altDie Feier hatte was von einer Familienfeier – und das war sie auch. Der Pflegedienst Brendel feierte am Freitag im Dorfhaus Diepensee ihr 20. Jubiläum.
Mit gutem Grund in Diepensee. Im alten Diepensee gründeten Margitta und Erhard Brendel 1991 mit einer Partnerin eine Hauskrankenpflegestation. Margitta Brendel, 54, war zuvor eine Art „Schwester Agnes“: In Diepensee, Waltersdorf, Rotberg und Kiekebusch betreute sie als Gemeindeschwester Patienten. Weil es nun den Beruf nicht mehr gab, vertrauten sie einem West-Berliner. Einem Hochstapler, wie sich herausstellte, der vorgab, die größte Hauskrankenpflege weit und breit aufbauen zu wollen. Für den arbeiteten die Frauen monatelang umsonst – bis sie sich entschlossen, es selbst zu versuchen. Bald betreuten die zwei Frauen hilfsbedürftige Menschen, besorgten Medikamente, erledigten Haushaltsdinge. Daraus entstand ein sehr familiäres Verhältnis mit den Patienten – und neue Mitarbeiter wurden danach ausgesucht, ob sie sich hier einbringen können. Daraus wuchs eine Pflegedienstfirma, die wie eine Familie ist, von einer kleinen Familie geleitet wird, alles „in Familie“ regelt. 12 Mitarbeiter – einige halten ihr aus den Anfangsjahren die Treue – zählen heute zur Firma, sie sind an sieben Tagen die Woche unterwegs, bei manchen Patienten bis zu viermal täglich. Knapp 70 Patienten werden betreut. Chefin ist Margitta Brendel, Ehemann Eberhard, 59, gelernter Betriebsökonom, kümmert sich um die Buchhaltung.
Seit 2004 von Karlshof aus. Das alte Diepensee und damit die Pflegestation mussten dem Flughafenbau weichen.  Im ruhigen Kiekebuscher Ortsteil Karlshof bauten sie ein neues Domizil. Wenn die neuen Flugrouten mit der Hoffmann-Kurve so kommen, führt der Startlärm genau über sie hinweg…Was dann? Noch einmal von vorn anfangen? Die Brendels möchten noch nicht darüber nachdenken.
Patienten in neuen Gemeinden sind neben den bisherigen dazugekommen: in Eichwalde, Schulzendorf, Wildau, KW – und eben in Neu-Diepensee. Größer könne der Einzugsbereich nicht werden, sagt Margitta Brendel, denn Krankenpflegedienst sei harte Arbeit und die Mitarbeiterinnen voll eingespannt. Trotzdem voll engagiert. Zweimal hat der Medizinische Dienst der Krankenkassen den Pflegedienst Brendel bereits überprüft: Das erste Mal gab es die Note 1,5, beim letzten Mal eine 1,3!
„Unsere Patienten haben  ein enges Vertrauensverhältnis zu uns und unser Maßstab ist es, das an keinem einzigen Tag zu enttäuschen. Wir haben ein super Team und können uns auf jeden einzelnen Mitarbeiter verlassen“, betont die Chefin. Große Unterstützung fand das Pflegeteam auch bei Dr. Gottschall in Waltersdorf, bei der Apotheke Schulzendorf und beim Sabelus-Gesundheitshaus.
Margitta Brendel selbst leitet ehrenamtlich noch drei Seniorensportgruppen in Diepensee, Kiekebusch und Waltersdorf. „Tolle Sache“, sagt sie, „alle haben viel Spaß und bleiben beweglich.“
Der Spaß vergeht ihr und ihrem Mann  allerdings, wenn sie an das Abrechnungssystem mit den Kassen denkt. Seit Jahren erfolgt die Abrechnung per Computerdateien – und trotzdem muss noch Papier geschrieben werden. „In den letzten 10 Jahren ist der entsprechende bürokratische Aufwand um 70 Prozent gewachsen“, sagt Eberhard Brendel.
Deshalb wird Sohn Martin nach Abschluss seines Studiums voll in die Firma mit einsteigen. Auch das wurde am Freitag gefeiert. Eben ein Familienfest.

UR / Foto: GT

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